LESEPROBE
Kapitel 37. Pandateria
Tiberius sträubte sich, die Reisenden weiterziehen zu lassen. Doch irgendwann blieb ihm nichts anderes übrig, als sich wieder ganz den Staatsgeschäften zuzuwenden. Jetzt warteten alle auf die Rückkehr von Claudius. Er war nach dem «Abend des Sterns», wie er es nannte, in seine Villa Stabiana zurückgekehrt, um dort zum Rechten zu sehen.
Es ging bereits gegen Ende Juni, als er zurückkam. Onkel Tiberius hatte ihn beauftragt, die Reisenden auf die Insel Pandateria zu begleiten. Dort lebte Agrippina bereits seit Jahren in der Verbannung.
Nach dem «Abend des Sterns» hatte sich Tiberius entschlossen, Agrippinas Verbannung aufzuheben.
***
Wegen ausbleibender Winde verzögerte sich die Abreise nochmals um zwei Tage. Dafür war der Wind am Tag der Reise dermassen günstig, dass sie die vierzig Meilen zur Insel in fünf Stunden zurücklegen konnten. Demnach liefen sie knapp nach Mittag bei grosser Hitze in den Hafen ein. Auf dem nördlichen Felssporn sah man bereits die Villa. Der gesamte Felssporn war vom Rest der Insel abgetrennt. Die Verbannten – Agrippina war nicht die Einzige – konnten jederzeit beobachten, wie die Schiffe kamen und gingen, waren aber an ihren Platz gebunden. In Freiheit und doch im Gefängnis. Einst hochgestellte Persönlichkeiten fristeten hier ein langweiliges Leben, fernab aller Gesellschaft, fernab von Freunden und Familie.


ARGENTOVARIA

Der Lebensweg von Valerius Ulricus Tegulae ist speziell. Geboren in Argentovaria im heutigen Elsass nimmt er an den Germanien Kriegen teil. Später folgt er als Leibwächter seinem Feldherrn Germanicus und dessen Gattin Agrippina nach Rom und weiter in den Osten. Yos-hannan aus Tarsus, anscheinend ein Hermaphrodit, gibt sich über Jahre als Mann aus. So dient er/sie zusammen mit Valerius in der Leibgarde. Als Yos-hannan unerwartet schwanger wird, vertraut er/sie sich Agrippina an. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen erfährt Agrippinas Schwiegervater, Kaiser Tiberius, von der heimlichen Geburt. Erstaunlicherweise ist dieser darüber nicht verstimmt, sondern findet Gefallen an Yos-hannan und sendet sie/ihn mit Valerius als Gardekommandanten zum neu ernannten Prokurator Pontius Pilatus nach Judäa. Valerius und Yos-hannan erleben die turbulenten Jahre, als ein Wanderprediger, den die Menschen von Judäa «den Gesegneten» nennen, für Aufregung sorgt. Valerius erzählt die Ereignisse so, wie er sie sieht. Also: «Aus der Sicht eines Römers». An der Seite von Valerius immer dabei, sein Schwert: «Argentovaria». Nach vielen Abenteuern und langen Jahren kommt Valerius mit seiner Partnerin und seinem Sohn endlich in seine Heimat Germania zurück. Wenig später reist Kaiser Claudius an, um die Invasion von Britannien vorzubereiten. Valerius Sohn Marcus beteiligt sich mit der «Legio XIV Gemina» und mit seines Vaters Schwert «Argentovaria» an der Invasion Britanniens. So gelangt das Schwert nach Britannien.
ÜBER ALFRED RÜTTIMANN
GESCHICHTENRZÄHLER UND BEOBACHTER
Alfred Rüttimann begann seine berufliche Laufbahn als Bauzeichner. Reisen, Arbeitsaufenthalte im Ausland und viele Begegnungen prägten seinen Blick auf Menschen, Kulturen und Zusammenhänge. Später gründete er sein eigenes Ingenieurbüro, das er bis zu seiner Pensionierung führte.
Die Idee zu seinen Geschichten begleitet ihn jedoch schon seit vielen Jahren. Bereits am 18. Februar 2011 begann er, erste Gedanken und Szenen aufzuschreiben. Weshalb gerade dieses Datum eine besondere Bedeutung hat, wird in seinen Büchern erklärt. Nach seiner Pensionierung fand er die Zeit, diese Welt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Heute lebt Alfred Rüttimann mit seiner Partnerin im St. Galler Rheintal. Ein wichtiger Teil seines Lebens ist Tai Chi – wo er die klassische Schwert- und Handform betreibt. Die Ruhe, Konzentration und innere Haltung dieser Bewegungskunst fliessen immer wieder in seine Geschichten ein. Auch das Schwert, das in vielen Erzählungen auftaucht, steht symbolisch für diese Verbindung.
Seine Geschichten handeln nicht nur von Vergangenheit oder Zukunft. Sie stellen Fragen über die Menschheit, über Entwicklung, Erinnerung und darüber, was Menschen über Generationen hinweg miteinander verbindet.
Manche seiner Geschichten sind näher an der Realität, als man zuerst denkt.

ARGENTOVARIA
Der Lebensweg von Valerius Ulricus Tegulae ist speziell. Geboren in Argentovaria im heutigen Elsass nimmt er an den Germanien Kriegen teil. Später folgt er als Leibwächter seinem Feldherrn Germanicus und dessen Gattin Agrippina nach Rom und weiter in den Osten. Yos-hannan aus Tarsus, anscheinend ein Hermaphrodit, gibt sich über Jahre als Mann aus. So dient er/sie zusammen mit Valerius in der Leibgarde. Als Yos-hannan unerwartet schwanger wird, vertraut er/sie sich Agrippina an. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen erfährt Agrippinas Schwiegervater, Kaiser Tiberius, von der heimlichen Geburt. Erstaunlicherweise ist dieser darüber nicht verstimmt, sondern findet Gefallen an Yos-hannan und sendet sie/ihn mit Valerius als Gardekommandanten zum neu ernannten Prokurator Pontius Pilatus nach Judäa. Valerius und Yos-hannan erleben die turbulenten Jahre, als ein Wanderprediger, den die Menschen von Judäa «den Gesegneten» nennen, für Aufregung sorgt. Valerius erzählt die Ereignisse so, wie er sie sieht. Also: «Aus der Sicht eines Römers». An der Seite von Valerius immer dabei, sein Schwert: «Argentovaria». Nach vielen Abenteuern und langen Jahren kommt Valerius mit seiner Partnerin und seinem Sohn endlich in seine Heimat Germania zurück. Wenig später reist Kaiser Claudius an, um die Invasion von Britannien vorzubereiten. Valerius Sohn Marcus beteiligt sich mit der «Legio XIV Gemina» und mit seines Vaters Schwert «Argentovaria» an der Invasion Britanniens. So gelangt das Schwert nach Britannien.
ÜBER ALFRED RÜTTIMANN
GESCHICHTENRZÄHLER UND BEOBACHTER
Alfred Rüttimann begann seine berufliche Laufbahn als Bauzeichner. Reisen, Arbeitsaufenthalte im Ausland und viele Begegnungen prägten seinen Blick auf Menschen, Kulturen und Zusammenhänge. Später gründete er sein eigenes Ingenieurbüro, das er bis zu seiner Pensionierung führte.
Die Idee zu seinen Geschichten begleitet ihn jedoch schon seit vielen Jahren. Bereits am 18. Februar 2011 begann er, erste Gedanken und Szenen aufzuschreiben. Weshalb gerade dieses Datum eine besondere Bedeutung hat, wird in seinen Büchern erklärt. Nach seiner Pensionierung fand er die Zeit, diese Welt Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.

Heute lebt Alfred Rüttimann mit seiner Partnerin im St. Galler Rheintal. Ein wichtiger Teil seines Lebens ist Tai Chi – wo er die klassische Schwert- und Handform betreibt. Die Ruhe, Konzentration und innere Haltung dieser Bewegungskunst fliessen immer wieder in seine Geschichten ein. Auch das Schwert, das in vielen Erzählungen auftaucht, steht symbolisch für diese Verbindung.
Seine Geschichten handeln nicht nur von Vergangenheit oder Zukunft. Sie stellen Fragen über die Menschheit, über Entwicklung, Erinnerung und darüber, was Menschen über Generationen hinweg miteinander verbindet.
Manche seiner Geschichten sind näher an der Realität, als man zuerst denkt.

WAS IST TRUEFICTION?
ÜBER HISTORISCHE ROMANE, WAHRHEITEN UND HALBWAHRE GESCHICHTEN
Truefiction verbindet historische Ereignisse, wissenschaftliche Gedanken, philosophische Fragen und fiktionale Geschichten zu einer grossen zusammenhängenden Welt.
Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft greifen dabei ineinander. Realität, Überlieferung und Fiktion beginnen bewusst zu verschmelzen und eröffnen neue Sichtweisen auf Menschheitsgeschichte, Entwicklung und Verbundenheit.
Die Geschichten von Alfred Rüttimann greifen genau diesen Gedanken auf. Wahre historische Ereignisse, mögliche Wahrheiten, wissenschaftliche Ansätze und fiktionale Elemente verweben sich zu einer Welt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Nicht jede Geschichte endet dort, wo sie beginnt. Und nicht jedes Leben gehört nur einer Zeit.
DETAILS

Abbildung 3: Tod von Germanius
Die Urne mit Germanicus Asche wurde in einem feierlichen Leichenzug über Land zurück nach Rom gebracht. Agrippina mit den beiden Kindern und die vier Leibgardisten begleiteten die Reise. Überall empfing die Bevölkerung diesen Leichenzug unter grosser Anteilnahme.
Als sie im April 20 Rom erreichten wurde Germanicus in einer grossen
öffentlichen Trauerfeier beigesetzt.
Im männerdominierten Europa des 18. Jahrhunderts gab es nur ganz
selten weibliche Malerinnen.
Von einer Frau, für eine Frau:
Bild der Schweizer Malerin Angelika Kaufmann 1793

Abbildung 4: Die Enthauptung Johannes
Gemäss der Vorstellung von Rembrandt, ca. 1604
Markus 6, Vers 28:
Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und
das Mädchen gab ihn seiner Mutter.

Abbildung 4: Die Enthauptung Johannes
Gemäss der Vorstellung von Rembrandt, ca. 1604
Markus 6, Vers 28:
Dann brachte er den Kopf auf einer Schale, gab ihn dem Mädchen und
das Mädchen gab ihn seiner Mutter.
Abbildung 3: Tod von Germanius
Die Urne mit Germanicus Asche wurde in einem feierlichen Leichenzug über Land zurück nach Rom gebracht. Agrippina mit den beiden Kindern und die vier Leibgardisten begleiteten die Reise. Überall empfing die Bevölkerung diesen Leichenzug unter grosser Anteilnahme.
Als sie im April 20 Rom erreichten wurde Germanicus in einer grossen
öffentlichen Trauerfeier beigesetzt.
Im männerdominierten Europa des 18. Jahrhunderts gab es nur ganz
selten weibliche Malerinnen.
Von einer Frau, für eine Frau:
Bild der Schweizer Malerin Angelika Kaufmann 1793

DETAILS
ARGENTOVARIA

Der Lebensweg von Valerius Ulricus Tegulae ist speziell. Geboren in Argentovaria im heutigen Elsass nimmt er an den Germanien Kriegen teil. Später folgt er als Leibwächter seinem Feldherrn Germanicus und dessen Gattin Agrippina nach Rom und weiter in den Osten. Yos-hannan aus Tarsus, anscheinend ein Hermaphrodit, gibt sich über Jahre als Mann aus. So dient er/sie zusammen mit Valerius in der Leibgarde. Als Yos-hannan unerwartet schwanger wird, vertraut er/sie sich Agrippina an. Trotz aller Vorsichtsmassnahmen erfährt Agrippinas Schwiegervater, Kaiser Tiberius, von der heimlichen Geburt. Erstaunlicherweise ist dieser darüber nicht verstimmt, sondern findet Gefallen an Yos-hannan und sendet sie/ihn mit Valerius als Gardekommandanten zum neu ernannten Prokurator Pontius Pilatus nach Judäa. Valerius und Yos-hannan erleben die turbulenten Jahre, als ein Wanderprediger, den die Menschen von Judäa «den Gesegneten» nennen, für Aufregung sorgt. Valerius erzählt die Ereignisse so, wie er sie sieht. Also: «Aus der Sicht eines Römers». An der Seite von Valerius immer dabei, sein Schwert: «Argentovaria». Nach vielen Abenteuern und langen Jahren kommt Valerius mit seiner Partnerin und seinem Sohn endlich in seine Heimat Germania zurück. Wenig später reist Kaiser Claudius an, um die Invasion von Britannien vorzubereiten. Valerius Sohn Marcus beteiligt sich mit der «Legio XIV Gemina» und mit seines Vaters Schwert «Argentovaria» an der Invasion Britanniens. So gelangt das Schwert nach Britannien.



